English meets Basketball – Neues Schulprojekt der SG Weiterstadt
Training, Spiele, Punkte, Siege, Niederlagen…. Die Resultate der täglichen Bemühungen um den Erfolg im Sport stehen in der Regel im Vordergrund von Pressemitteilungen und Berichterstattung von Sportvereinen. Und das ist richtig so, schließlich ist das der Existenzgrund und hat Priorität für fast alle Aktiven in der Vereinsarbeit.
Das gilt sicherlich auch für die Sportgemeinde 1886 e.V. Weiterstadt (SGW) und deren Abteilungen, darunter auch die Basketballabteilung. Dabei wird häufig die darüber hinaus gehende Rolle der Vereinsarbeit für das soziale und gesellschaftliche Gefüge einer Stadt oder Region übersehen. Für viele Sportvereine spielt dies jedoch eine wichtige Rolle im eigenen Selbstverständnis: Die Vielzahl z.B. an Integrationsprojekten ist ein lebhafter Beweis. Besondere Bedeutung in diesem Bereich hat die Zusammenarbeit mit Schulen. Zum einen bieten Sportvereine mit Ihren Angeboten eine ideale und sinnvolle Ergänzung zum Betreuungsangebot der Schulen, ein im Rahmen der zukünftigen Ganztagsschule noch wichtiger werdendes Betätigungsfeld. Andererseits nutzen Vereine gerne die Kooperation der Bildungsstätten, um Nachwuchs für die eigene Sportart zu rekrutieren.
Die Basketballabteilung der SGW geht nun einen neuen Weg möglicher Zusammenarbeit. Das Angebot attraktiver Unterrichtsunterstützung wird kombiniert mit dem Werben für den Sport. Im Projekt „English meets Basketball“ besucht ein Spieler des ersten Herrenteams Englisch- und Sportstunden an den Schulen der Stadt und übernimmt dort vereinzelt Unterrichtsstunden. Abteilungsleiter Urs Lufft beschreibt das Ziel: „Wenn ein Sportverein aus irgendeinem Grund ein Angebot präsentieren kann, welches im Rahmen der Schulausbildung Sinn macht, dann ist dies ein erster Schritt zur Zusammenarbeit. Wenn dann zweitens dieses Angebot die Schulausbildung bereichert und so durch die Schule nicht geleistet werden kann, ist dies ein gutes zweites Argument. Und lässt sich das dann noch mit vertretbarem Aufwand in die Lehrpläne integrieren, dann ist das eine ideale Situation für die Schule. Und der Verein kann in angemessenem Rahmen zusätzlich sein Sportangebot präsentieren und dafür werben.“ Letztendlich kein neues Prinzip, bekannt sind seit längerem ja Schul-AGs für verschiedene Sportarten, innovativ ist sicherlich jedoch die Kombination von Sprachunterricht und Sportangebot.
Mit Eugene Wright steht hierfür aktuell ein Basketballspieler zur Verfügung, der als gebürtiger Amerikaner mit einem zusätzlichen Abschluss der California State University in Englisch und Soziologie prädestiniert ist für die Arbeit mit Schülern. Darüber hinaus kann er als Basketballer eine beeindrucke und internationale Karriere vorweisen. Er selbst beschreibt seine Arbeit so: „ Ich arbeite gerne mit Schülern. Basketball ist ein Spiel, in dem ich weiterhin erfolgreich sein möchte, welches aber auch vielen anderen Inspiration bringen und lehrreich sein kann. In der mir zur Verfügung stehenden Zeit möchte ich erstens den Kindern Englisch als lebendige und interessante Sprache darstellen und zweitens Basketball als sinnvolle und tolle Freizeitbeschäftigung näher bringen.“ Wright legt dabei Wert auf das gesprochene Wort, nach Absprache mit den jeweiligen Lehrern motiviert er die Schüler mit Priorität dazu, die Scheu vor der Konversation zu verlieren.
Die ersten Besuche an Weiterstädter Schulen, zunächst an der Albrecht-Dürer-Schule (ADS) und Hessenwaldschule, verliefen dann auch sehr erfolgreich. Die Sinnhaftigkeit des Erlernens von Fremdsprachen wird auf eine alternative und angenehme Art und Weise näher gebracht. Berit Schaarschmidt, Englischlehrerin an der Hessenwaldschule, äußert ihre ersten Erfahrungen: „Eugene Wright zeigt bei seinem Besuch ehrliches Interesse, sich mit den Jugendlichen zu unterhalten. Alle Fragen an ihn und seine Vita sind erlaubt; hierdurch erreicht er die Jugendlichen auf einer persönlichen Ebene. Durch seine humorvolle und lockere Art baut er sehr schnell die Hemmungen der Schülerinnen und Schüler ab, sich in der Fremdsprache auszudrücken. Gleichzeitig gelingt es ihm in dieser angenehmen Atmosphäre, die Schülerinnen und Schüler dahingehend zu motivieren, sprachlich ihr „Bestes“ zu geben und nicht nur in halben Sätzen zu kommunizieren. Er stellt einen angemessenen Anspruch an die sprachliche Richtigkeit der Äußerungen – und die Schülerinnen und Schüler nehmen seine Hilfestellungen gerne an. Auf lebendige Weise wird den Schülerinnen und Schülern der Sinn des Erlernens der Fremdsprache klar. Die Schülerinnen und Schüler fanden den Besuch durchweg super: Englisch macht Spaß!“
Dass sich die Inhalte dabei nicht nur auf die sprachliche Ausbildung beziehen müssen, zeigt Wrights Besuch in einem Englisch-Leistungskurs der ADS. Hier standen inhaltlich z.B. gesellschaftliche Themen der Vereinigten Staaten auf dem Programm. Kursleiterin Anke Paulowitz fasst zusammen: „Im Rahmen unseres Thema „The American Dream“ hatten die Schülerinnen und Schüler dazu Fragen an Eugene Wright vorbereitet. Sie wollten z.B. seine Version des Amerikanischen Traumes kennen lernen, hinterfragten Sozialsysteme, Rassismus, Armut, die Politik Obamas, den Einfluss des Puritanismus auf das heutige Amerika und vieles mehr. Eugene Wright konnte durch seine offene und häufig auch witzige Art den SchülerInnen nicht nur die Scheu vor spontanen Äußerungen in der Fremdsprache nehmen, er ermöglichte auch einen persönlichen, subjektiven Blick in die Gesellschaft Amerikas, der eindrücklicher war als ein zu lesender Text. Die Stunde war lebendig und interessant!“
Wright profitiert dabei natürlich von seiner Internationalität und absoluten Glaubwürdigkeit als Sportler. Gleichzeitig aber schafft er darzustellen, dass es sowohl beim Lernen von Fremdsprachen als auch beim Sport zwar locker, aber diszipliniert zugehen kann. Auch der Sportunterricht, selbstverständlich auf Englisch gehalten, profitiert laut ADS-Sportlehrer Thomas Kullmann von der Abwechslung: „Wrights lockeres und freundliches Auftreten begeisterte die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse. Bei den Übungs- und Spielformen waren die Schülerinnen und Schüler mit sehr viel Spaß und Freude bei der Sache. Insgesamt eine gelungene Basketballstunde, die Lust auf mehr macht.“ Und Abteilungsleiter Lufft erklärt: „Mit Eugene Wright haben wir den idealen Botschafter für diese Art von Zusammenarbeit. Er hat bereits viel mit Schülern jeden Alters gearbeitet, das merkt man an seiner Herangehensweise, aber auch an der Reaktion der Klassen. Er kommt gut an und auch wenn er keine Lehrplaninhalte wiedergibt scheint dies eine Ziel führende und vertretbare Auflockerung des Sprachenunterrichts zu sein.“
Basketball als Sportart kommt natürlich auch zur Sprache. Im Rahmen der Unterrichtsgespräche kommt regelmäßig Wrights Vita zur Sprache und in diesem Rahmen werden die spannenden und herausfordernden Aspekte des Sports dargestellt. Dies erzeugt im Einzelfall ein weiterführendes Interesse für den Basketball, und damit ist dann auch der regionalen Vereinsarbeit gedient. Für die Basketballabteilung der SG Weiterstadt ein Konzept, das laut Abteilungsleiter Lufft ausgebaut werden soll. „Wir hoffen, dass weitere Schulen dieses Angebot der Kombination aus Sprache und Sport nutzen möchten und stehen hier gerne zur Verfügung. Darüber hinaus suchen wir nach weiteren interessanten Themen und Wissensgebieten, die nicht direkt mit Basketball zu tun haben, die wir aber den Schulen passend zum Lehrinhalt im Zusammenhang mit Basketball anbieten und darstellen können. Vorstellbar sind z.B. Besuche durch kompetente Personen in den Themen Wirtschaft oder Politik“. Und dass auch für die Schulen eine Nachhaltigkeit erreicht wird, bestätigt noch einmal Frau Schaarschmidt: „Tatsächlich hatte der kurze Besuch eine nachhaltige Wirkung – mit einem lächelnden Verweis auf Eugenes Besuch ermutigen sich die Schülerinnen und Schüler in den folgenden Englischstunden des Öfteren gegenseitig, auf die sprachliche Richtigkeit ihrer Äußerungen im Unterricht zu achten.“ Und dass die Schüler auch aus Ihrer Sicht profitieren, bestätigen u.a. Schüler der 9c der ADS: „Eugene könnte ein Vorbild für mich sein, er ist absolut glaubhaft….. Er verbreitet die Zuversicht, dass man im Leben alles erreichen kann.“ Und da Mundpropaganda bekanntlich am besten funktioniert, haben sich diese Erfahrungen bereits herumgesprochen und weitere Schulen in Darmstadt und Groß-Gerau Ihr Interesse bekundet.




